Adorkable oder eine zweite Chance

Manchmal, recht selten um genau zu sein, weiß ich nicht genau, was ich nach dem Lesen eines Buchs von ihm denken soll. Ich kann nicht genau sagen, ob ich es mochte oder nicht, wo vielleicht Probleme beim Lesen waren. Dieses unbestimmte Gefühl mag ich nicht, doch einfach los werden kann ich es normalerweise nicht. In solchen Fällen bleibt das Buch dann erst einmal in meinen Regalen stehen und ein paar Wochen oder Monate später greife ich erneut zu ihm, lese es noch einmal, gebe meinen Gedanken und Gefühlen die Chance, sich endlich zu formen und entscheiden.

Ein Paradebeispiel für diese Situation ist "Lola and the boy next door" von Stephanie Perkins, nach dem ersten Lesen war es für mich nur ok, erst beim zweiten Lesen habe ich mich in die Charaktere und die Geschichte verliebt. Auch manchen Autoren gebe ich ganz generell gerne mal eine zweite Chance, ich habe dafür keine feste Liste, sondern gehe dabei recht spontan nach Gefühlslage vor.


Vor kurzem habe ich auch "Adorkable" von Sarra Manning eine zweite Chance gegeben. Ich war mal wieder am Bücher umräumen, ein recht regelmäßiger Vorgang in meinem Bücherzimmer, und sortierte dabei auch ein paar Bücher aus. Dann fiel mir Adorkable in die Hände und ich wusste nicht so recht, ob ich das Buch behalten sollte oder nicht. 
Ich habe "Adorkable" dann also ein zweites Mal gelesen und siehe da, diesmal haben so einige Dinge viel besser für mich funktioniert, diesmal konnte ich mit den beiden Hauptcharakteren viel mehr anfangen und das Buch hat mir gut gefallen, daher darf es in meinem Bücherregal bleiben.
Natürlich verläuft nicht jede zweite Chance so erfreulich, davon werde ich mich aber auch in Zukunft nicht abschrecken lassen.


Übrigens gehören zwei erwachsene Bücher von Sarra Manning zu meinen absoluten Lieblingen, nämlich "Unsticky" und "You don't have to say you love me", was danach an Büchern von der Autorin kam, gefiel mir leider nicht mehr. 

Gebt ihr Büchern oder Autoren auch ganz gerne mal eine zweite Chance? In welche Bücher habt ihr euch erst auf den zweiten Blick verliebt?

Rainbow Rowell: Es muss nicht immer passen

Auf dem Bild unten könnt ihr die drei Bücher von Rainbow Rowell sehen, die momentan in meinem Bücherzimmer leben. Neben den drei Büchern auf dem Bild habe ich auch noch "Attachements" von der Autorin gelesen, das Buch habe ich allerdings nicht mehr zu Hause. Von den insgesamt vier Büchern haben zwei für mich perfekt gepasst, nämlich "Fangirl" und "Eleanor & Park", mit den beiden anderen Büchern hatte ich ein paar Probleme. 

Probleme, die mich in diesem Fall aber nicht davon abhalten werden weitere Bücher der Autorin zu kaufen, denn dazu mag ich ihre Stimme und ihren Schreibstil zu sehr. Rainbow Rowell schreibt Bücher, die besonders sind, sie traut sich an Sachen etwas anders heranzugehen, sie hat ihre ganz eigene Stimme, da ist es für mich nur normal, dass das für mich nicht immer passen kann, muss es in diesem Fall auch gar nicht. Ich werde weiterhin alles kaufen und lesen, was Rowell herausbringt, denn das nächste Buch hat immer das Potential zu einem meiner absoluten Lieblinge zu werden und wenn es mal nicht passt, macht das gar nichts. Die Vorfreude auf das Buch danach bleibt ungebrochen.


Ich freue mich schon sehr auf das nächste Buch von Rainbow Rowell, im Herbst wird "Carry On" erscheinen, die Idee hinter der Geschichte ist schon aus "Fangirl" bekannt. Ich freue mich persönlich darüber, dass der Schreibstil ein anderer sein wird als der, den ich bei den Simon Snow - Teilen in Fangirl kennenlernen durfte (siehe Antwort unten), denn ich denke, dass Rainbow Rowell aus der Geschichte noch viel mehr rausholen kann. 


Info: http://time.com/3714753/rainbow-rowell-interview/
Did Carry On emerge from the leftover Simon Snow segments that went unused in Fangirl?
They didn’t really make it into the book. The Simon Snow I was writing in Fangirl was a different Simon Snow. When I was writing as [fictional Simon Snow author] Gemma T. Leslie, I envisioned this feeling of British children’s literature and had a very traditional middle-grade voice. When I was writing Cath, it was more of what a talented teenage girl writing romantic fantasy would do. Neither of those voices are me. When I started writing my own Simon Snow, it was more what I would do with this character.

E-Books und das Lekrorat, manchmal vermisse ich es

Und noch ein Beitrag, zu dem mich das Lesen von E-Books animiert hat. Eine Autorin, deren Bücher ich in der Vergangenheit gerne gelesen habe (englisch Sprache, heiß, Rock Stars als Tips für Insider), hat zunächst parallel zu ihren bei einem Verlag veröffentlichten Büchern E-Books herausgebracht, mittlerweile macht sie dies ausschließlich. Und leider muss ich sagen, dass man meiner Meinung nach merkt, dass die Bücher mittlerweile anders geschrieben werden. Mehr Bücher in weniger Zeit, ein anderes (geringeres, kein?) Lektorat. Die Bücher wirken auf mich unfertig, enden oft mitten im Geschehen, Charaktere haben keinen Raum mehr zum Entfalten, die Geschichten stocken oder wirken überstürzt, dies alles macht mich etwas traurig. 

Auch bei einer anderen Schriftstellerin, die sowohl Bücher bei Verlagen veröffentlicht und parallel (sehr erfolgreich) E-Books selbst veröffentlicht, allerdings schon sehr professionell aufgezogen, sind mir diese Unterschiede zum Teil aufgefallen. Auch hier wirken die E-Books auf mich etwas gehetzt, weniger ausgreift, etwas unfertig. 

Damit will ich übrigens nicht sagen, dass alle bei Verlagen veröffentlichten Bücher perfekt lektoriert sind, oder dass alle selbst veröffentlichten Bücher schlecht lektoriert sind, doch ich finde schon, dass man vor allem bei selbst veröffentlichten E-Books schnell merkt, dass ein gutes Lektorat für ein Buch wichtig ist, ich würde als Autor, der ich glücklicherweise nicht bin, nicht darauf verzichten wollen.

Denn ein Lektorat ist ja viel mehr als nur das bloße Korrekturlesen, es geht auch um die inhaltliche Verbesserung von Texten. Und ein gutes Lektorat kostet natürlich Geld, Geld, das bei einem E-Book für 1-3 Euro wohl kaum zu bezahlen sein wird. Daher bin ich sehr froh, wenn Autoren auf ein gutes Lektorat wert legen und sich dies dann auch im Preis des Buches zeigt, denn natürlich will ich gute Bücher lesen, ich sehne mich nach Geschichten, an denen ausführlich gearbeitet werden konnte, die jemand an die Hand genommen hat um das bestmögliche aus ihnen herauszuholen. Und dafür bin ich auch bereit einen angemessenen Preis zu bezahlen.