Die kleine Isla kann aus dem Bücherparadies abgeholt werden

Seitdem ich meine neuen Bücher alle in einer Buchhandlung vor Ort kaufe, bin ich ein Fan von E-Mails geworden. Eigentlich kann ich mit diesen nicht viel anfangen, ich bin übrigens auch überhaupt kein Fan vom Telefonieren, aber E-Mails von meiner Buchhandlung bekomme ich doch immer gerne. Denn wenn ein bestelltes Buch in meiner Buchhandlung zur Abholung bereit liegt, macht es ping in meinem Postfach, heute zum Beispiel bekam ich eine E-Mail in der stand, dass die kleine Isla aus dem Bücherparadies abgeholt werden kann, na ja, so oder so ähnlich war die Formulierung. :)


An solchen Tagen mache ich mich dann selbst auf den Weg oder ein Familienmitglied bringt mir mein Buch mit. Manchmal warte ich auch ein paar Tage mit der Abholung bis es passt, mein Buch   läuft ja nicht davon. Auch wenn meine kleine Buchhandlung natürlich nur ein begrenztes Angebot an Büchern hat und englische nicht in ihr zu finden sind, gehe ich doch immer gerne in sie und hole meine bestellten Bücher ab. 
Buchhandlungen sind für mich magische Orte, egal wie klein, vollgestopft oder sonst etwas sie sind, irgendwie fühle ich mich in ihnen immer wohl. Und aus dem Buchregal mit den ganzen Bestellungen meine Bücher herauszuziehen, ist immer ein besonders schöner Moment. 

Das muss für heute reichen, Isla ruft lauthals nach mir. :)

Kann ich mir ein Buch von dir ausleihen?

Diese Frage treibt mir ehrlich gesagt den Angstschweiß auf die Stirn. Eigentlich finde ich es sehr gut Dinge mit anderen zu teilen und nicht immer alles neu kaufen zu müssen, doch bei meinen Büchern gilt das nicht uneingeschränkt. 

Ich hatte schon immer eine besondere Beziehung zu meinen Büchern, schon als Kind habe ich gerne gelesen und meine Bücher sorgsam behandelt. Daran hat sich bis heute nichts geändert, meine Liebe zum Lesen und zu Büchern allgemein hat sich sogar noch verstärkt. Meine Bücher sind für mich kleine Schätze und ich würde sie nicht jedem anvertrauen. Es gibt sogar nur zwei Personen auf der Welt, denen ich ein Buch bereitwillig ausleihe, diese Ehre wird nur meiner Mutter und meiner Schwester zuteil. Beide wissen genau, wie sie mit meinen Büchern umgehen müssen. Auch wenn sie bei ihren eigenen Büchern gerne den Buchrücken brechen, so machen sie das mit meinen nie. Sie wissen genau, dass meine Schätze auch von ihnen wie Schätze behandelt werden müssen.

Aber nicht nur eine mögliche Misshandlung meiner Bücher hält mich davon ab sie anderen zum Lesen zu geben. Ich behalte nur die Bücher, die mir gefallen haben, daher stehen in meinem Bücherzimmer über 1500 Buchlieblinge, von kleinen Lieblingen zu absoluten Favoriten ist alles dabei. Und natürlich will ich, dass jeder meine Bücher genauso liebt wie ich. Bei meiner Mutter und Schwester kann ich ganz gut abschätzen, ob sie eines meiner Bücher genießen werden oder nicht. Ich muss bei beiden keine Angst haben, dass sie den Zauber eines von mir geliebten Buches nicht auch sehen, im privaten Umfeld ist mir dies wichtig, auch wenn ich es online liebe unterschiedliche Meinungen zu Büchern zu entdecken. 

Fragt mich also jemand, ob er sich eines meiner Bücher ausleihen kann, sage ich ich normalerweise knallhart nein, ein wahrer Buchliebhaber wird verstehen warum, dem Rest kann ich nicht helfen. ;)

Kleine Lesepausen, hegt und pflegt sie

Noch vor einigen Monaten fühlte ich mich schlecht, wenn ich mal einen Tag nicht gelesen hatte. Ich fühlte den inneren Druck ständig ein Buch in der Hand zu halten, ein Tag ohne gelesene Seite war ein verlorener Tag. So richtig glücklich hat mich dieser ständige Lesezwang aber nicht gemacht, es ging irgendwann nur noch darum irgendetwas zu lesen und nicht mehr darum das gelesene Buch auch wirklich zu genießen. 

Irgendwann hatte ich genug davon, eine Stimme in mir sagte ganz laut nein und ich wusste, dass sich etwas ändern musste. Ich wollte weg vom Lesezwang und hin zum Lesegenuss. Alleine diese Erkenntnis hat viel bewegt, ich wurde entspannter und wie von allein pendelte sich mein neuer Leserhythmus ein. 
Unter der Woche lese ich nach wie vor wie verrückt, jede Sekunde in Bus und Bahn, immerhin etwas über zwei Stunden am Tag, sind ein Geschenk. Und auch abends vor dem Schlafen gehen packe ich mein Buch des Tages noch einmal für mindestens 30min aus und genieße ganz in Ruhe die Reise in fiktionale Welten. Am Wochenende setzt dann meist eine zweitägige Lesepause ein, ich lese weniger oder sogar gar nichts, dabei meldet sich kein schlechtes Gewissen in mir, im Gegenteil. Diese Pause gibt meinen Gedanken die nötige Zeit das über die Woche gelesene zu verarbeiten, es schürt meine Leselust aufs Neue. 

Immer lesen zu wollen war eine Zeit lang eine schöne Sache, nicht immer lesen zu müssen aber auch, daher verflucht kleine Lesepausen nicht, hegt und pflegt sie.