Samstag, 15. April 2017

Nicht perfekt und doch in den Gedanken festgesetzt: City of Saints and Thieves und We are okay


Nicht immer müssen Bücher für mich perfekt sein um in meinen Gedanken hängen zu bleiben, um etwas nachhaltig in mir zu verändern. Bester Beweis dafür sind zwei Bücher, die ich vor kurzem gelesen habe. Sowohl "City of Saints & Thieves" als auch "We are okay" sind Jugendbücher, doch das ist dann auch schon alles, was sie gemeinsam haben.

"City of Saints & Thieves" von Natalie C. Anderson ist in Kenia angesiedelt und befasst sich mit der tragischen Familiengeschichte eines Mädchens, das als Diebin auf der Straße lebt und nach Rache dürstet. Rache an dem Mann, der ihre Mutter getötet hat. Ein Leben am Rande der Gesellschaft, oft im Verborgenen, in einer Welt, in der der Unterschied zwischen Gut und Böse nicht leicht fällt, da der Übergang teils fließend ist.

Eine Geschichte, die mich mitreißen konnte, die mich betroffen gemacht hat. Was Frauen im Kongo und auf der Flucht angetan wurde, kenne ich aus Reportagen. Daher wusste ich zumindest grob, welche Hintergrundgeschichte mich erwarten würde.

Ein Buch, in dem nicht alle Charaktere und Entwicklungen für mich gepasst haben. Und doch werde ich es nicht so schnell vergessen, werde oft an daran denken müssen, dass jede Sekunde irgendwo auf der Welt Frauen auf der Flucht sind. Mit der Hoffnung auf ein besseres Leben, einer Hoffnung, die sich oft nicht erfüllen wird. Und daran, dass im Schatten der Gesellschaft Menschen leben, die ich nicht sehe, deren Schicksal ich nie kennen lernen werde.

Wer Thriller aus dem Bereich der Jugendbücher mag und sich gerne mit ernsten Themen auseinandersetzt, dem kann ich das Buch empfehlen.

"We are okay" ist Nina LaCours neustes Jugendbuch, viel passiert in ihm nicht und doch hat das Buch die Kraft einen emotional auf eine Achterbahnfahrt mitzunehmen. Trauer und Verlust sind zentrale Themen in der Geschichte rund um Marin, die seit kurzem studiert und vor einigen Monaten ihren Großvater verloren hat. Dieses Ereignis und daraus resultierende Erkenntnisse haben Marin komplett aus der Bahn geworfen, seitdem lehnt sie jeden Kontakt zu ihrer besten Freundin Mabel und deren Familie ab. Doch Mabel lässt sich nicht so schnell abschütteln und besucht Marin über die Weihnachtsfeiertage um endlich herauszufinden, was denn genau passiert ist. Und um wieder ein Teil ihres Lebens zu werden.

Wer Bücher von Nina LaCour kennt, weiß, dass sie einen wunderschönen, kraftvollen Schreibstil hat. Sie erschafft Charaktere, die einen mitten ins Herz treffen, die man nicht mehr vergisst. Und auch wenn mich nicht alles von Marins Geschichte überzeugen konnte, ich nicht an alles glauben konnte, so ist dieses emotionale Buch doch keines, das ich schnell vergessen werde. Vor allem das wunderschöne Ende und die berührenden Freundschaftsmomente werden für immer in meinen Gedanken bleiben.

Welche Geschichten haben sich zuletzt in euren Gedanken und Herzen festgesetzt, auch wenn sie eigentlich nicht perfekt waren?

Kommentare:

  1. Das Buch lässt auf viel Nachdenkstoff schließen...nach deiner Beschreibung macht es mich dennoch, gerade deswegen, sehr neugierig! Ich denke wir verdrängen solche Themen viel zu gerne!
    Also danke für ein weiteres Buch, das jetzt auf meiner Liste steht! Freue mich schon auf die Nächsten ;)

    Liebe Grüße
    Helena http://bluelionne.blogspot.de/

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    1. Gerne geschehen. :)

      Ich persönlich setze mich mit ernsteren Themen oft lieber mittels Dokus, Artikeln und ähnlichen Formaten auseinander, in meinen Büchern darf es gerne etwas weniger ernst zugehen. Trotzdem finde ich Bücher mit Inhalten, die einen zum Nachdenken bringen, auch sehr wichtig.

      LG
      Sabrina

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