Donnerstag, 15. Juni 2017

Bin ich zu negativ? Begeistert mich nichts mehr?

Ein Kommentar auf About Happy Books hat mich zum Nachdenken gebracht. Es wurde angemerkt, dass viele meiner Rezensionen in die Richtung von "hat nicht für mich funktioniert" gehen und dass das auf Dauer negativ rüberkommt. 

Für das Kommentar, wie für jedes, bin ich natürlich dankbar, ich will es auch gar nicht in irgendeiner Form kritisieren, sondern es vielmehr als Anlass nehmen mal spontan zu reflektieren, wie es mit der Beziehung zwischen mir, den Büchern, die ich lese, und meinem Blog so steht.

Es stimmt, dass mich ein Teil der Bücher, die ich lese, nicht umhauen kann. Würde ich Sterne vergeben, bewegt sich der Großteil im Bereich von drei. Als negativ würde ich das selbst übrigens nicht beschreiben, ok ist ok und genauso wenig wie nett der kleine Bruder von Scheiße. Aber es sind natürlich auch immer wieder tolle Bücher dabei, die ich sehr gerne gelesen habe. Diese Woche schon drei, die bei mir Lust auf mehr erzeugt haben und im April zum Beispiel gleich neun. Dann gibt es natürlich auch Monate wie den Mai, in dem mich nur ein Buch von gut zwanzig komplett überzeugen konnte. 

Denke ich an die Bücher, die ich lese, denke ich an: Wo gehobelt wird, fallen Späne. Ich kann nicht alles mögen, was ich lese. Auch weil ich seit Jahren viel lese und mir so einige Geschichten zu vertraut sind, ich viel an Vergleichsmaterial habe. Auch stehe ich zurzeit mit Genren wie historischer oder paranormaler Liebesroman auf Kriegsfuß, mit Urban Fantasy und Fantasy wollen wir erst gar nicht anfangen. Und doch will ich nicht ganz aufhören Büchern aus den Genren ein Chance zu geben, warum auch?

Ich bin bezogen auf bestimmte Themen im Laufe der Jahre vielleicht etwas kritischer geworden, das bringt die Zeit mit sich. Und manchmal frage ich mich, ob ein gutes Lektorat heute zu einem Luxusprozess gehört, den nur noch wenige Bücher durchlaufen. 

Es gibt natürlich auch immer wieder wahre Perlen, die mich ins Schwärmen bringen. Die mich daran erinnern, warum ich Bücher lese und liebe. Warum ich immer welche in meinem Leben haben will, warum ich es liebe ein Leser zu sein. 

In den ersten Jahren meines Blogs About Happy Books habe ich nur die Bücher rezensiert, die vier oder mehr Sterne bekommen haben, also nur die für mich richtig guten Bücher. Das hat auch lange für mich gut funktioniert, heute aber eben nicht mehr. Hätte ich damals schon alles rezensiert, was ich gelesen habe, hätte der Blog so wie heute ausgehen. Viel Durchschnitt, aber auch sehr gute und richtig miese Leseerlebnisse. Nur damals spiegelte sich das am Bloginhalt eben nicht wieder. 

Ich nutze meinen Blog heute als Büchertagebuch, ich kann an ihm genau ablesen, was ich wann gelesen habe und wie es mir gefallen hat. Welcher Monat insgesamt genial war und welcher nicht. 

Ich werde auch weiterhin spontan Bücher kaufen, nur um dann feststellen zu müssen, dass sie für mich nicht gepasst haben. Werde auch weiterhin vergessen einen Auszug zu lesen, nur um dann feststellen zu müssen, dass mir der Schreibstil überhaupt nicht zusagt. Ich werde auch weiterhin viel lesen und längst nicht alles gut finden, denn das gehört zu mir als Leser dazu. 

Ich bin heute beim Lesen eigentlich recht frei, denke beim Lesen von Büchern parallel nicht schon an die Rezension und lese auch gar nicht so kritisch, vor allem bei zeitgenössischen Liebesromanen geht für mich so manches durch, was andere vielleicht auf die Palme bringen mag. 

Ich werde auch weiterhin meine Gedanken zu den gelesenen Büchern ohne viel darüber nachzudenken niederzuschreiben, Meisterwerke werden meine Rezensionen nie sein, das ist auch gar nicht mein Anspruch. 

Es wird geniale Monate geben und enttäuschende, es wird Wochen voll mit "war ganz ok und nett" und andere gefüllt mit Jubelmomenten geben. Es wird Wochen geben, in denen man merkt, dass mich schon kleine Dinge genervt haben und andere, in denen ich so manches verzeihen konnte. 

Der Blog wird auch in Zukunft ein Spiegelbild meiner Emotionen sein, ein Spiegelbild dessen, was mich begeistern konnte und was nicht. Denn so funktioniert es für mich momentan am besten. 

Kommentare:

  1. Hey!
    Und genau das finde ich so gut an deinem Blog. Man hat nicht immer nur Glücksgriffe und liest nicht nur Bücher, die einem zum jubeln bringen. 3 Sterne finde ich übrigens überhaupt nicht schlecht. Es sind halt Bücher, die sich ganz nett lesen lassen, aber keine größeren Begeisterungsstürme ausgelöst haben.
    Ich mag dieses Spiegelbild deiner Emotionen sehr!
    LG
    Yvonne

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    1. Vielen Dank für die Rückmeldung. Das mit den drei Sternen sehe ich genauso, schlecht ist das nicht, sondern durchaus nett.

      Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, wie ich meinen Blog sonst führen sollte, wie ich die Bücher, die ich lese, anders auswählen sollte. Anders als so wie ich es jetzt mache, würde es für mich nicht funktionieren, würde es mir auch keinen Spaß machen.

      LG
      Sabrina

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